Ganztag

Der Schultag in der Gesamtschule

Die IGS Kronsberg ist eine gebundene Ganztagsschule. Für die erfolgreiche Arbeit einer IGS stellt der Ganztagsbereich eine wesentliche Säule dar. Vor- und Nachmittagsaktivitäten bilden in der IGS Kronsberg ein aufeinander abgestimmtes pädagogisches Gefüge.

In einer Ganztagsschule geht es nicht darum, den herkömmlichen Unterricht in den Nachmittag zu verlängern, sondern besonders die erzieherischen und sozialen Aspekte des Zusammenlebens in der Schule zu betonen, einzuüben und zu kultivieren. Der gesamte Schultag sollte zwischen Anspannung und Entspannung rhythmisiert sein. Die Verbindung von kognitivem, emotionalem und sozialem Lernen[i] steht im Vordergrund.

Die Ganztagsschule ermöglicht es, vielfältige Situationen zu gestalten, in denen sich die Kinder und Jugendlichen als individuelles Mitglied einer Gemeinschaft erleben und erproben können.

Unterricht, Freizeitaktivitäten, Arbeitsgemeinschaften, Förderunterricht, Arbeits- und Übungsstunden (Wochenplan), das gemeinsame Mittagessen u. a. bieten dazu reichhaltige Gelegenheiten.

Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein entstehen, wenn Kinder und Jugendliche Möglichkeiten zur Gestaltung ihres Schulalltages bekommen und die Freiräume zu eigenen Entscheidungen aktiv nutzen. Den Schülern und Schülerinnen wird altersgemäß immer mehr Verantwortung zugetraut und übertragen. Dadurch können sie ihre individuelle Persönlichkeit, ihr positives Selbstkonzept und vielfältige Fähigkeiten für das Leben in der Gemeinschaft entwickeln.

Die IGS Kronsberg will den einzelnen Menschen stärken, seine Persönlichkeit fördern und ein positives Selbstkonzept unterstützen. Stark ist der Einzelne, wenn er ein solides aktives Wissen hat, wenn er die Sachverhalte wirklich begreift, versteht, mit anderen teilt, seine Grenzen kennt und sich selber Ziele zu setzen weiß. Eigene und fremde Wertschätzung, Empathie, und soziale Kompetenz können nur in der Gemeinschaft und im gemeinschaftlichen Handeln entstehen und gelernt werden. Dazu ist eine akzeptierende Atmosphäre fundamental.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene verbringen in der Schule wesentliche Lebenszeit miteinander. Diese gemeinsame Zeit soll von allen in der Schule Mitwirkenden in einem anregenden Lern- und Lebensraum positiv erlebbar sein.

So beginnt an der IGS Kronsberg die Organisation des Tages mit einem offenen Anfang um 07.45 Uhr und endet um 16.00 Uhr (montags-donnerstags). Am Freitag ist um 13.30 Uhr Unterrichtsschluss.

 

StdPlan

Offener Anfang

Der Tag beginnt für die Jahrgänge 5 und 6 mit einem offenen Anfang. In dieser Zeit können die Schülerinnen und Schüler je nach Bedarf eintreffen und somit ruhig in den Tag starten. Für alle anderen Klassenstufen ist das Gebäude ebenfalls ab 7.45 Uhr geöffnet.

Mittagessen

Während eines Schultages sollen sich alle Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule auf ein gutes und gesundes Essen freuen, das gemeinsam mit anderen eingenommen wird. Unser Essenslieferant orientiert sich durch ein abwechslungsreiches Angebot (vegetarische Gerichte, wechselnde Fleischgerichte (kein Schweinefleisch), Fischgerichte, Salate, Nudeln, Gemüse und Obst) an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (genaue Kennzeichnung).

Die Schülerinnen und Schüler essen gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer oder ihrer Klassenlehrerin im Klassenverband. Das gemeinsame Essen erzeugt ein Gemeinschaftsgefühl, das auf die Identifizierung mit Schule und Klasse bezogen ist und welches auch eine wichtige Funktion auf andere Lernprozesse hat! Es gibt z. B. wechselnde Tischdienste, die den Tisch wischen. Ebenso wird das schmutzige Geschirr und Besteck für die Küche spülmaschinengerecht abgelegt.

So stillt das Essen nicht nur den Hunger, sondern dient auch einem guten sozialen Umgang!

In den Jahrgängen 5, 6 und 7 ist das Mittagessen für alle Schüler und Schülerinnen verpflichtend. Diese gebundene Form schafft verlässliche Rahmenbedingungen bezüglich der Organisation sowie des gesundheitserzieherischen Konzepts. Ab Klasse 8 kann das Essen wöchentlich angewählt werden und ist dann freiwillig.

Pausen

In der Ganztagsschule hat auch die Pause eine besondere Bedeutung, z. B. reden und spielen, bewegen und ausruhen, sich präsentieren und zuschauen, lachen und nachdenken. Die Freizeitbereiche und das Außengelände laden dazu ein.

In den Freizeitbereichen sind verschiedene Spiel- und Rückzugsmöglichkeiten eingerichtet und auf die entsprechenden Altersstufen unserer Schüler und Schülerinnen abgestimmt.

Die Organisation im Freizeitbereich wird durch die Sozialpädagoginnen bzw. Sozialpädagogen und weitere pädagogische Mitarbeiterinnen unterstützt.

Arbeitsgemeinschaften

Es wird ein breites Spektrum an vielfältigen Arbeitsgemeinschaften angestrebt. Dabei ergänzen ältere Schüler und Schülerinnen, Eltern und außerschulische Partner der Schule das AG-Angebot der Lehrkräfte.

Ältere Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, sich an unserer Schule zu engagieren. So werden Arbeitsgemeinschaften von Jugendlichen unserer Schule angeboten, organisiert und geleitet.

Arbeits- und Übungsstunden

In jedem Jahrgang sind Arbeits- und Übungsstunden (auch Wochenplanstunden genannt) eingerichtet. Die Schüler und Schülerinnen übernehmen zunehmend mehr Eigenverantwortung für das Lernen in diesen Stunden, d. h. die Bearbeitung konkreter Aufgaben – von betreutem Arbeiten bis hin zur eigenständigen Bearbeitung von Lerninhalten (in Gruppen-, Partner- oder Einzelarbeit).

Ganztagsschule hat den Vorteil, Hausaufgaben, Übungen und Lernprozesse in den Schulalltag integrieren zu können, im Beisein von Lehrerinnen und Lehrern, die ihnen dabei zur Seite stehen.

Ausblick

Unser Ganztagskonzept muss durch einen gemeinsamen Diskussions- und Arbeitsprozess „wachsen”, in den alle Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber vor allem auch Schülerinnen und Schüler sowie Eltern unserer Schule einbezogen werden.

Ganztagsschule entwickelt sich durch die tägliche pädagogische Arbeit weiter. Daher dürfen Konzepte nicht starr sein, sondern müssen ständig erprobt, beobachtet, korrigiert, angepasst und weiterentwickelt werden.

Wir sind eine Ganztagsschule, die sich Veränderungen stellt und bestmöglich umsetzt!


 

[i] Was sind soziale und emotionale Kompetenzen?

In Anlehnung an die Definition der Kooperation für akademisches, soziales und emotionales Lernen (www.casel.org) können diese Kompetenzen wie folgt beschrieben werden:

Selbstwahrnehmung: Erkennen der eigenen Gefühle, um die eigenen Stärken erkennen und entwickeln zu können.

Fremdwahrnehmung: Die Gedanken und Gefühle der anderen erkennen können, um die menschlichen Unterschiede wertschätzen zu können.

Selbstmanagement: Die eigenen Gefühle beobachten, einschätzen und regulieren, um prosoziale Ziele zu erreichen.

Beziehungsfähigkeit: Gesunde und lohnende Beziehungen aufbauen und aufrecht erhalten können, um die Grundlagen für Zusammenarbeit, Kommunikation, Verhandlungen und Konfliktlösung zu haben und dabei gegen unangemessenen sozialen Druck bestehen zu können.

Verantwortungsvolle Entscheidungsfähigkeit: Präzise Einschätzung von Situationen und Einflüssen, um ethisch Problemlösungen zu finden, umzusetzen und zu bewerten im Hinblick auf das eigene Wohlbefinden und dasjenige der anderen.

Es geht also um die eigenen Gefühle und diejenigen der anderen und darum, wie diese miteinander agieren, was sie auslösen und was sie im gesellschaftlichen Gefüge bewirken.

Quelle: http://bildungslandschaften.ch/node/198